Kolloquium_2015_Foto1

3. Internationales Kolloquium zur Gastlichkeit und Verleihung des Wissenschaftspreises Kulinaristik 2016

Am 27. und 28. Oktober öffnete die Hotelfachschule Heidelberg ihre Pforten um in Zusamenarbeit mit dem Kulinaristik-Forum zwei Tage lang das Thema „Gastlichkeit und Fremdheit – zwei Brennpunkte des menschlichen Lebens“ zu beleuchten. Abschließend wurde auch in diesem Jahr wieder der begehrte Wissenschaftspreis der Kulinaristik verliehen.

Programm des 3. Internationalen Kolloquium zur Gastlichkeit

Wissenschaftspreis Kulinaristik

 

Denkwerkstatt_klein

Denkwerkstatt Kulinaristik „Kochen, Gastlichkeit & Gesellschaft“

Mit der neuen Gesprächsveranstaltung „Denkwerkstatt“, die am 03. November 2016 im Best Western Plus Palatin Kongresshotel und Kulturzentrum in Wiesloch zum ersten Mal statt fand, führte das Kulinaristik-Forum ein innovatives Veranstaltungsformat ein, um das lockere, ungezwungene Nachdenken über die gesellschaftliche und politische Bedeutung dieses Themas öffentlich zu fördern. Die Auftaktveranstaltung widmete sich folgendem Thema:

Kochen hat viele Gesichter: im Haushalt, im Restaurant und in der Betriebsgastronomie,  von der Tiefkühlpizza bis zum Thermomix. Was bedeutet diese Vielfalt für die heutige Gesellschaft?

Hochkarätige Referenten aus Wissenschaft und Praxis widmeten sich diesem Thema im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit anschließendem Meinungsaustausch. Programm

Mitveranstalter waren:

  • die Hotelfachschule Heidelberg
  • das Best Western Plus Palatin Kongresshotel und Kulturzentrum (Wiesloch)
  • die Pädagogische Hochschule Heidelberg/Lehrstuhl für Alltagskultur und Gesundheit
  • die Heidelberger Schlossgastronomie und
  • die Akademie Deutsches Bäckerhandwerk (Weinheim)

Die 2. Denkwerkstatt Kulinaristik findet im Mai 2017 in der Schlossgastronomie Heidelberg (Thema: Die Ehrlichkeit des Kochens – Sterneküche/Fernsehköche) und die 3. Denkwerkstatt findet am 9.11.2017 in der Akdademie des deutschen Bäckerhandwerks in Weinheim (Thema: Kochen und Backen in den Medien) statt.

 

 

 

Heindl_Cover_4c

Neue Bucherscheinung: Essen ist Kommunikation

Prof. Dr. Ines Heindls neues Buch beschäftigt sich mit der „Esskultur und Ernährung für eine Welt mit Zukunft“.

Essen dient nicht nur dem Überleben. Es ist auch Ausdruck der eigenen Kultur, des sozialen Umfelds und der eigenen Identität. Im Sinne von „Essen ist reden mit anderen Mitteln“ sind Mahlzeiten eine Form der Kommunikation. Erhältlich im Handel: 978-3-930007-36-3 (ISBN).

 

kulinaristik-logo

3. Internationales Symposium zur kulinarischen Bildung angesichts der Widersprüche in der Welt

DSC_0086Am 9. Juli 2016 setzte das Symposium die Reihe der Symposien zur kulinarischen Bildung fort, die das Kulinaristik-Forum und das Palatin Hotel gemeinsam in den vergangenen Jahren eingerichtet und durchgeführt hatten. Es war zugleich ein Festkolloquium aus Anlass des 80. Geburtstages des Gründungsvorsitzenden des Kulinaristik-Forums Prof. Dr. Alois Wierlacher.

Wiesloch und Palatin auf dem Weg zum „Nukleus der Kulinaristik“

„Kulinarische Bildung angesichts der Widersprüche in der Welt“ lautete der Titel des 3. Internationalen Symposiums des Kulinaristik-Forums am Samstag, 9. Juli im Best Western Plus Palatin Kongresshotel in Wiesloch. Die 125 Teilnehmer aus Wissenschaft und Wirtschaft gewannen Einblicke in das Wirken des Forums und seines Gründungsvorsitzenden Prof. Dr. Alois Wierlacher.

Wiesloch, 12. Juli 2016. Wo stünde die Diskussion der kulinarischen Bildung ohne das Engagement von Prof. Dr. Alois Wierlacher? Anlässlich seines 80. Geburtstags widmete sich der Vormittag der Ehrung des Jubilars für seine Leistungen in unterschiedlichen Bereichen der Wissenschaft, vor allem in der Interkulturellen Germanistik und der aus ihr entwickelten Kulinaristik.

DSC_0118Die angemeldeten Gäste trafen sich zunächst beim gastlich offen gestalteten Frühstück, das die Firma Rutz mit einer großen Brottheke ermöglichte hatte. Sie arbeitet auch an dem umfangreichen Band zur „Kulinaristik des Frühstücks“ mit, das Professor Wierlacher als Ergebnis des letztjährigen Symposiums vorbereitet. Im Anschluss an die Begrüßung durch den Hausherrn Klaus Michael Schindlmeier sprachen unter der souveränen Moderation von  Dr. Stefan Wierlacher, dem ältesten Sohn des Jubilars und Abteilungsleiter im R&D-Bereich von Procter & Gamble (Schwalbach/Taunus), in einer ersten Runde die Germanisten: Prof. Dr. Hans-Jürgen Krumm (Wien), Prof. Dr. Gesine Schiewer (Bayreuth) über besondere Leistungen: die Gründung und 40 Jahre lange Herausgeberschaft des Jahrbuch Deutsch als Fremdsprache (Intercultural German Studies), die Gründung und Entwicklungsgeschichte  der Gesellschaft für interkulturelle Germanistik. Der Moderator verlas einen Brief des Dekans der Deutschen Abteilung Prof. Dr. Jianbin Wang der Beijing Foreign Studies University, die sich für 30 Jahre fruchtbare Zusammenarbeit bedankte. Die ehemaligen Mitarbeiterinnen Prof. Dr. Andrea Bogner und Corinna Albrecht (Göttingen) ehrten den Jubilar mit einer Laudatio und einer Festschrift.

Die zweite Runde war dem Übergang von der Germanistik zur Kulinaristik und den besonderen Leistungen des Jubilars bei deren Aufbau gewidmet. Das Kulinaristik-Forum ist heute in der Metropolregion Rhein-Neckar verankert und bundesweit aufgestellt. Seine Mitglieder kommen u. a. aus Berlin, Heidelberg, Karlsruhe, Leipzig und München. Seine Geschäftsstelle ist seit einiger Zeit im Palatin Kongresshotel eingerichtet. Die Weinstadt Wiesloch will sich zum Nukleus der Kulinaristik entwickeln, wie ihr Bürgermeister Ludwig Sauer in aller Form betonte. DSC_0098Die Rednerfolge eröffnete Prof. Dr. Kelletat (Mannheim) mit Erinnerungen über Wierlachers Weg von der interkulturellen Germanistik zur Kulinaristik;  Duschan Gert (Schwarzwaldsprudel Bad Griesbach/Edeka Südwest) sprach über die Gründe, warum er Mitglied des Kulinaristik-Forum geworden ist, und rühmte Professor Wierlachers sachliche und kommunikative Originalität,  die Aufgabe kulinarischer Bildung Menschen jeder Couleur, jeden Alters und jeder Kultur zu verdeutlichen. OStD Martin Dannemann sprach für die Heidelberger Hotelfachschule über die Kooperation mit dem Kulinaristik-Forum im Heidelberger Gastlichkeitskolloquium, das im Herbst 2016 zum dritten Mal durchgeführt wird und dessen Programm wie gewohnt vom Jubilar erarbeitet worden ist. „Professor Wierlacher ist das Kraftfeld, das unser Kolloquium befeuert“, konstatierte er. Alfred Dänzer beleuchtete die Bedeutung der Ernährung für den Genesungsprozess erkrankter Menschen. Prof. Dr. Irmela Hijiya-Kirschnereit (Berlin), Wissenschaftspreisträgerin des Forums,  hielt die kulinaristische Laudatio auf den Geehrten und betonte die Plausibilität seines Ausgangspunkts, die Literaturwissenschaft, und übergab dem Jubilar als Festgabe die neue Ausgabe der Zeitschrift Kulinaristik. Diese hat Professor Wierlacher wie alle anderen Produkte des Forums selbst generiert. Wierlacher bedankte sich bei den Rednern, seiner Familie und allen Anwesenden und beschrieb das Kulinaristik-Forum als ein Orchester, das sich im Zusammenspiel aller Beteiligten realisiere.

Der Nachmittag stellte das eigentliche Symposium dar mit dem Thema „Kulinarische Bildung angesichts der Widersprüche in der Welt“, mit Leidenschaft moderiert von der Ernährungswissenschaftlerin und Vorstandsmitglied des Kulinaristik-Forums,  Prof. Dr. Ines Heindl (Flensburg). „Wie Menschen vom Essen erzählen“, beschrieb Prof. Dr. Regina Bendix (Göttingen) und schlug dabei den Bogen bis zum „Foodporn“, der gegenwärtigen  Darstellung von Essen in den sozialen Medien. „Essen stellt einen Mehrwert für soziales Miteinander dar“, so eine ihrer Schlussfolgerungen. Die getwitterte Mahlzeit sei ein Versuch, die reale gemeinsame Mahlzeit in dieser Funktion, wenn sie nicht wahrgenommen werden kann,  wenigstens medial zu bestätigen.

DSC_0138„Machen wir uns nichts vor: Wir machen uns was vor!“ Mit diesen Worten appellierte Dr. Horst Eichler (Heidelberg) mit seinen ökologischen Überlegungen an das Gewissen der Teilnehmer. Die wenigsten verstünden die Zusammenhänge der globalen Nahrungsmittelproduktion und -distribution. Hier liegen in der Sicht Eichlers auch die Widersprüche unserer Zeit.  Der Autor hat die Zusammenhänge im Schwerpunktteil des letzten Hefts der Zeitschrift des Kulinaristik-Forums dargelegt. Dr. Peter Peter (München) stellte anschließend kulinarische Aufklärung als Strategie gegen den Maßverlust in unserer Gesellschaft zur Diskussion und nannte als Beispiele soziale Projekte prominenter Köche wie zum Beispiel Jamie Oliver. Prof. Dr. Gerhard Rechkemmer (Karlsruhe) schloss sich mit Überlegungen zu den naturwissenschaftlichen Grundlagen der Kulinaristik im Sinne des Modells der drei Kreise der Kulinaristik und rückte sie in das Orchesterbild ein. Prof. Dr. Maren Möhring (Leipzig) sprach zum Abschluss des Symposiums über die „Erfahrung fremder Küchen und ihre produktive Irritationskraft“. Sie hat ein großes Buch zum Thema vorgelegt, für das sie ebenfalls mit dem Wissenschaftspreis des Forums ausgezeichnet worden ist. Sie wird den Text in der vorgesehenen Darstellung der Forumsarbeit („Kulinaristik heute“) präsentieren.

Prof. Dr. Alois Wierlacher bedankte sich am Ende eines inspirierenden Tags für die „hellwachen Vorträge“ und zitierte den Gastgeber Klaus Michael Schindlmeier, Palatin Kongresshotel: „Wir müssen das Wissen schaffen, das wir brauchen“, also müssten wir uns alle überlegen, was wir brauchen.  Alle müssten aufeinander achten wie in einem Orchester. Der Blick auf die Vielfalt sei ebenso wichtig wie der Blick auf deren Einheit. Er schloss die Veranstaltung mit dem am Vormittag geäußerten Kommentar von Bürgermeister Ludwig Sauer, dass Wiesloch beste Aussichten habe, sich mit dem Kulinaristik-Forum, dem Internationalen Symposium zur kulinarischen Bildung und der für den 3. November angekündigten 1. Denkwerkstatt Kulinaristik zum „Nukleus der Kulinaristik“ in Deutschland zu entwickeln.

Das ausführliche Programm des Tages können Sie hier nochmals nachlesen.

DSC_0079DSC_0081DSC_0055DSC_0048DSC_0102DSC_0128DSC_0091DSC_0114DSC_0125DSC_0084DSC_0124DSC_0122DSC_0126DSC_0104DSC_0030DSC_0059DSC_0142DSC_0149DSC_0156DSC_0162

Kulinaristik6-definitiv-niedrig

Neue Herausgeberschaft der Zeitschrift „Kulinaristik“

Bislang wurde die Zeitschrift im Wesentlichen vom Vorsitzenden des Forums, Prof. Dr. Alois Wierlacher gestaltet. Das soll auf sein ausdrückliches Betreiben ab 1.1.2016 anders werden. Künftig wird die editorische Arbeit von fünf Mitgliedern des Forums geleistet, von denen drei Preisträger des Forums sind: Oberstudiendirektor OSTD Lothar Bade, der Ernährungswissenschaftlerin und Vorstandsmitglied Prof. Dr. Ines Heindl, der Japanologin und Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Irmela Hijiya-Kirschnereit, der Psychologin Prof. Dr. Britta Renner und dem Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Alois Wierlacher. Redaktionsmitglieder sind Dr. Rolf Klein und Christine Leingang. Als Fachbeiräte wirken der Leiter der Hotelfachschule Martin Dannenmann, der Ökogeograph Dr. Horst Eichler und der Abteilungsleiter des Landesbibliothekszentrum in Speyer Dr. Armin Schlechter mit.

Frühstück 6.5 007

Das europäische Frühstück

Ein weiterführendes Ergebnis des <2. Internationalen Symposiums zur kulinarischen Bildung> vom Juni 2015 im Palatin Kongresshotel in Wiesloch war die Erkenntnis, dass es keine Monographie über das Frühstück gibt. Sie wird nun vom Kulinaristik-Forum erarbeitet. Einer der zahlreichen Autoren des kommenden Bandes ist Martin Plemper, Oberstudienrat an einem Mannheimer Gymnasium. Er hat mit einer sechsten Klasse einen sehr gelungenen Versuch unternommen, in einer etwas anderen Schulstunde des Faches Erdkunde (1Stunde pro Woche) seinen Schülern die Vielfalt des Frühstücks in Europa (21 Länder) mit allen Sinnen (be-)greifbar zu machen. Mit seiner Erlaubnis und mit der von ihm eingeholten Billigung der Eltern stellen wir einige Ansichten dieses gelungenen <kreativen Milieus> der betreffenden Schulstunde vor und gratulieren zu der Freude am Thema.

Frühstück 6.5 033Frühstück 6.5 018Frühstück 6.5 013Frühstück 6.5 010

 

RTEmagicC_Renner_01_pdf

Wissenschaftspreis Kulinaristik 2015

Der diesjährige Wissenschaftspreis Kulinaristik geht an die Psychologin Prof. Dr. Britta Renner (Universität Konstanz). Frau Dr. Britta Renner ist Professorin für Psychologische Diagnostik und Gesundheitspsychologie in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Sektion der Universität Konstanz. Nach der Promotion an der FU Berlin (2000) und Habilitation an der Universität Greifswald (2004) lehrt sie seit 2007 in Konstanz. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehört die Psychologie des Essens im weiten Feld der öffentlichen Gesundheit (public health).

„Frau Professor Renner hat sich auf herausragende Weise um Antworten auf die Frage verdient gemacht, die viele Menschen und Disziplinen bewegt:  Warum essen wir eigentlich, was wir essen?“, begründete der Vorsitzende des Kulinaristik-Forums, Prof. Dr. Alois Wierlacher, die Entscheidung.

Die Preisträgerin wird einige dieser Antworten in ihrem Dankes- und Festvortrag auf der Preisverleihungsfeier erläutern. Die Preisverleihung findet am Samstag, dem 17. Oktober um 11 Uhr im Prinz Carl Palais in Heidelberg statt. Laudator ist der Vorjahrespreisträger Prof. Dr. Peter Heine (Berlin). Der Wissenschaftspreis wird seit 2010 vom Kulinaristik-Forum verliehen und ist mit 5000 Euro dotiert. Sponsor ist EDEKA Südwest.

 

Titelbild

Lebensmittelsicherheit

Die Sensibilität für gesunde Lebensmittel wächst auch in Schwellenländern wie Indien. Vielfach wandeln sich die öffentlichen Debatten um die Sicherheit von Lebensmitteln in eine Art antikolonialen Kampf vor allem gegen schweizerische und amerikanische  Lebensmittelkonzerne wie Nestlé oder Knorr und Doodles. Der Verkauf von Maggi-Fertignudeln ist nun in 17 indischen Bundesstaaten untersagt. Indische Lebensmittellabore hatten eine teilweise enorme Belastung mit Blei festgestellt (FAZ Nr. 130 vom 9.Juni 2015 Seite 21).