Als ›soziales Totalphänomen‹ (Marcel Mauss) kann der Bereich der Ernährung im umfassenden Sinn Gegenstand jeder wissenschaftlichen Disziplin und ihres jeweiligen lebenspraktischen Bezugsfeldes sein. Das 4. Jahrbuch Kulinaristik 2021 macht Ernst mit diesem Ansatz und bietet eine Reihe von Beiträgen, die aus je fachwissenschaftlicher Perspektive nach dem Gewinn fragen, den eine bestimmte Disziplin aus der systematischen Berücksichtigung kulinaristischer Themen und Alltagsfragen ziehen und was sie damit der Alltagspraxis zurückgeben könnte. So melden sich z.B. Vertreter und Vertreterinnen aus Theologie, Militärgeschichte, Linguistik, Romanistik, Germanistik, Sinologie und Physik zu Wort. Reflektiert wird zum einen der Stellen- bzw. Erkenntniswert der kulinaristischen Bezüge für das jeweilige Fach, zum andern werden an Beispielen der Praxisbezug und der Gewinn für eine interessierte Öffentlichkeit gezeigt. Hinzu kommt ein Rezensionsteil. Insgesamt führt dieser Band eine Tradition der schon vorliegenden Jahrbücher fort, in denen Beiträge aus der Ernährungs- und Haushaltswissenschaft, der Japanologie und anderen Fächern zu finden sind.

Zum federführenden Herausgeber

Prof. Dr. Burckhard Dücker, Mitglied des Kulinaristik-Forums, lehrt Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, vor allem des 18. bis 21. Jahrhunderts, an der Universität Heidelberg. Seine Forschungsschwerpunkte sind Ritualtheorie und -forschung, Theorie und Geschichte literarischer Auszeichnungen, Kulturthema Essen, deutsch-polnische und deutsch-chinesische Literatur- und Kulturbeziehungen; Gastdozenturen in Montpellier und Nanjing.