Zum Jahrbuch für Kulinaristik 4: Kulinaristik als Lebenswissenschaft

Kulinaristik als Lebenswissenschaft Als ›soziales Totalphänomen‹ (Marcel Mauss) kann der Bereich der Ernährung im umfassenden Sinn Gegenstand jeder wissenschaftlichen Disziplin und ihres jeweiligen lebenspraktischen Bezugsfeldes sein. Das 4. Jahrbuch Kulinaristik 2021 macht Ernst mit diesem Ansatz und bietet eine Reihe von Beiträgen, die aus je fachwissenschaftlicher Perspektive nach dem Gewinn fragen, den eine bestimmte Disziplin […]

Geschäftsstelle des Kulinaristik-Forums

Die Geschäftsstelle des Kulinaristik-Forums leitet Dr. Rolf Klein, der früher Stellvertretender Vorsitzender des Kulinaristik-Forums war. Der Sitz der Geschäftsstelle ist in Speyer.

Zum Jahrbuch für Kulinaristik 3: Fleischkonsum und Fleischverzicht/Ernährung im Kontext des aktuellen Fluchtgeschehens

Fleischkonsum und Fleischverzicht/Ernährung im Kontext des aktuellen Fluchtgeschehens

Der 3. Band des Jahrbuch für Kulinaristik thematisiert zwei sehr aktuelle Problemfelder: Zum einen geht es um die Geschichte des Fleischkonsums. Was wurde dem Fleisch wann aus ernährungswissenschaftlicher Sicht zu- oder abgesprochen? Welche moralischen Fragen entzündeten sich am Fleischkonsum? Im zweiten Teil des Jahrbuchs stehen Fragen von Ernährung und Migration im Vordergrund. Vor welchen auch kulinarischen Herausforderungen steht unsere derzeitige postmigrantische Gesellschaft? Welche Rolle spielt Essen für die individuelle wie soziale Identität angesichts von Fluchterfahrungen? Verschiedene Berichte schließen den Band ab.

Zu den (federführenden) Herausgeberinnen: Maren Möhring ist Kulturwissenschaftlerin und Professorin für Vergleichende Kultur- und Gesellschaftsgeschichte des modernen Europas an der Universität Leipzig. Die promovierte Sozialwissenschaftlerin Jana Rückert-John hält eine Professur für die Soziologie des Essens an der Hochschule Fulda (Fachbereich Oecotrophologie).

zum Flyer

 

Zuschriften zu Frühstücksband (2018) und Jahrbuch für Kulinaristik 1 (2017)

hier

Analysen – Theorien – Perspektiven

Eine wissenschaftliche Monographie des Frühstücks liegt in Deutschland nicht vor. Dieses Manko will der vorliegende Band beheben und zugleich eine transdisziplinäre und transnationale Frühstücksforschung als Beispiel der Polyperspektivik der Kulinaristik ins Leben rufen. Zu diesem Zweck führt der Band Analysen, Theorien und Perspektiven aus unterschiedlichen Ländern und Fächern zusammen. Ziel des Bandes ist, nähere Kenntnisse über diese von der Forschung vernachlässigte Einrichtung unserer Alltagskulturen zu gewinnen.

Ausgangspunkt des Bandes ist die Annahme, dass es ein weltweit verbreitetes, meist implizites Frühstücksmuster gibt, das in variablen Gewichtungen als nutritive Handlung, als kulturspezifisches Speisen ensemble (Gericht), als Sozialsituation oder als kulturelle Institution aktualisiert wird.

Die Autoren des Bandes kommen im Sinne der Polyperspektivik der Kulinaristik aus unterschiedlichen Fachbereichen: aus der Physiologie, aus der Medizin, aus der Ökogeographie, der Ökotrophologie, der Islamwissenschaft, aus der Romanistik, der Germanistischen Linguistik, der Pädag ogik, der interkulturellen Germanistik und der germanistischen Literaturwissenschaft, der Sinologie, der Japanologie, der Koreanistik, der Theologie und der Kunstwissenschaft.

Die Beiträger sind allesamt Pioniere der Frühstücksforschung und als solche im Sinne von Jürgen Mittelstrass (Leonardo-Welt) Wissenschaftler, die sich mit ihren Beiträgen aus den angestammten disziplinären Grenzen lösten, diese Grenzen in transdisziplinär orientierter Forschung überschreiten und damit gemeinsam das Neue generieren, das die Wissenschaft überall sucht und das sie immer auch selber ist.

Angesichts der Pioniersituation, der Komplexität der Untersuchungsfelder und der unterschiedlichen Wissenschaftsauffassungen der Disziplinen sind die Beiträge nicht als streng systematische Abhandlungen, sondern als essayistische Studien im angelsächsischen Sinne des Wortes angelegt. Diese Annäherungsweise erscheint mit Blick auf die Komplexität des Gegenstandes womöglich für die gesamte Kulinaristik vorteilhaft, abgesehen davon, dass uns die heutige Wissenschaft generell nicht mehr mit geschlossenen Weltbildern, sondern mit Hypothesensystemen ins Bild setzt.

Mehr Informationen zum Buch finden Sie hier

Hier finden Sie Rezensionen: rezension.

Bestellungen können Sie online direkt hier vornehmen oder per Mail an info@iudicium.de senden.

Mit Beiträgen von:

Dieter Adolphs (Houghton/Michigan),Frank Baasner (Ludwigsburg), Andrea Bogner (Göttingen), Stefan Diemer / Marie-Louise Brunner (Saarbrücken), Stefania Di Michele (Schwalbach), Burckhard Dücker (Heidelberg), Ludwig Eichinger (Mannheim), Horst Eichler (Heidelberg), Ruza Fotiadis (Berlin), Guido Fuchs (Hildesheim), Wolfgang Fuchs (Ravensburg), Angela Häussler (Heidelberg), Vridhagiri Ganeshan (Hyderabad), Nicole Graf (Heilbronn), Andrej Hänel (Stuttgart), Ines Heindl / Ulrike Johannsen (Flensburg), Peter Heine (Berlin), Maria Elisabeth Hermannn (Osnabrück), Irmela Hijiya-Kirschnereit (Berlin), Eun-Jeung Lee/ Daniela Claus-Kim (Berlin),  Yong Liang (Trier), Peter Peter (München), Martin Plemper (Mannheim), Tomasz Pszczółkowski (Warschau), Reinhard Spieler (Hannover), Bernd Spillner (Duisburg), Gerhard Rechkemmer (Heilbronn), Dessislava Stoeva-Holm (Uppsala), William Wagaba (Kampala), Alois Wierlacher (Walldorf), Monika Wierlacher-Engelhard (Freiburg), Hans J. Wulff (Kiel).

Brücken bauen zwischen Wissenschaft und Praxis

Klaus Michael Schindlmeier, Inhaber HOTALENTS Agentur für Mitarbeiter Design, war Beisitzer sowie 2. Vorsitzender im Vorstand, bevor er zum 1. Vorsitzenden des Kulinaristik-Forums – Netzwerk für Wissenschaft, Kultur und Praxis e. V. ernannt wurde. Er folgt damit auf dessen Gründer Prof. Dr. Alois Wierlacher, der das Amt aus Altersgründen abgegeben hat, ihm aber noch weiter unterstützend zur Seite steht.

 

„Meine Aufgabe ist es, Brücken zu bauen zwischen Wissenschaft und Praxis“, kommentiert Klaus Michael Schindlmeier sein neues Ehrenamt. „Als gelernter Koch und Hotelier mit jahrzehntelanger Berufserfahrung habe ich mich von Grund auf mit dem Thema Gastlichkeit und den immanenten Fragen der Kulturen und der Ernährung, den Hauptpfeilern der Kulinaristik, auseinandergesetzt. Es ist mir ein Herzensanliegen, das Bewusstsein dafür sowohl in der Hotellerie als auch unter unseren Gästen, Mitgliedern und einer weiten Leserschaft zu schärfen und zu entwickeln. Besonders wichtig ist es mir, die jungen Mitarbeiter in der Hotellerie mitzunehmen, wissenschaftlich zu denken und Vergleiche anzustellen mit alten Erfahrungen und solchen aus anderen Ländern. Dafür werden wir mit dem Kulinaristik-Forum neue Ideen entwickeln, wie wir den wissenschaftlichen Ansatz gut verdaulich zu unseren jungen Talenten, den Gästen und den Konsumenten bringen können, um einen größtmöglichen Nutzen für alle heute und für die Zukunft zu erzielen.“

 

Ein erster Schritt in diese Richtung war die Etablierung eines neuen Forums mit dem Titel „Denkwerkstatt Kulinaristik“. Mehrere Veranstaltungen fanden in Wiesloch statt.