Buchreihe
Wissenschaftsforum Kulinaristik
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Band 4:
Politische Mahlzeiten
Herausgeber: Regina Bendix und Michaela Fenske
LIT-Verlag, Berlin, ca. 250 Seiten
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Beim gemeinsamen Essen lässt sich Vieles auf einmal erreichen:
Gastfreundschaft demonstrieren, Macht inszenieren, Regionalität
zelebrieren. In diesem Sinne sind das Gala-Diner beim Besuch des
hochrangigen Staatsgastes, informelle Gespräche in einem Restaurant
oder alljährlich wiederkehrende lokal-regionale Mahlzeiten Zeugnisse
einer politischen Kultur. Im deren Rahmen dient die Mahlzeit ebenso
der Repräsentation wie der Schaffung einer Atmosphäre, die sowohl
der Kommunikation als auch der Anbahnung konkreter politischer
Entscheidungen dient. Für diese und andere Mahlzeiten weltweit gilt:
Wer wen einlädt (und wen nicht), wie die Mahlzeit gestaltet wird,
welche Speisen auf welchen Geschirren serviert werden und welche
Ziele dabei verfolgt werden, Sitzordnung, Speisefolge und
Tafelkultur inszenieren auch politischen Willen. Das Biogemüse der
First Lady der Vereinigten Staaten im Garten des Weißen Hauses
findet dabei ein ebenso großes mediales Interesse wie seinerzeit die
öffentliche Tafel der französischen Könige oder das prachtvolle
Porzellan in der Wiener Hofburg. Aber auch das scheinbar
Nebensächliche wie die herzhafte, von Politikern geschöpfte Suppe zu
Gunsten von Obdachlosen, weniger prominente Akteure wie in
Deutschland der Koch des „Deftigen Oldenburger Grünkohlessens“ oder
kaum populäre Kochbücher wie das von bundesdeutschen Parlamentariern
weisen darauf hin: Politik geht durch den Magen!
30.01.2012
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