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Forschungsschwerpunkte
Forschungsstelle Ritualität und Bildung
Die Forschungsstelle Ritualität und Bildung beschäftigt sich mit
drei großen Aufgaben: mit der Ritualität der kulturspezifischen und
globalen Formen von Esshandlungen in Geschichte und Gegenwart; mit
der kulinaristischen Bildungsarbeit in prinzipiell sämtlichen
Bildungsinstitutionen und für alle Altersstufen und drittens mit der
Anlage eines Registers von Bezeichnungen – mit Entsprechungen in
einigen anderen Sprachen – verschiedener Esshandlungen wie Picknick,
Imbiss, Festessen usw. sowie Beschreibung und Analyse dieser
Sozialformen des Essens (z.B. essen als Haupt- oder Nebenhandlung?).
In allen drei Hinsichten geht es nicht nur um die Frage "Was wird
wie von wem bei welcher Gelegenheit gegessen und wer isst mit oder
sieht dabei zu?", sondern auch darum, wie Normen des Essverhaltens
in verschiedenen Kulturen vermittelt und gelernt werden und
inwiefern Esshandlungen als Orte sozialen und kulturellen Lernens
gelten können, welchen Einfluss technische Veränderungen der
Speisenzubereitung auf die Gestaltung und Ritualität der
Esshandlungen (auch Rituale der Einladung, Begrüßung, Dankbarkeit
usw.) haben, wie "Fast Food" und "Slow Food" die rituelle Dimension
des Essverhaltens betreffen, wie sich Finanz- und Wirtschaftskrisen,
Kriege und Nahrungsmangel darauf auswirken. Weiterhin finden
Gestaltungen von Esshandlungen in Literatur, Kunst und Musik
Beachtung, ebenso Gasthausnamen sowie Redewendungen, Sprichwörter
und Metaphern, die sich auf Esshandlungen beziehen (Semantik des
Essens). Gerahmt sind diese Forschungen durch die Mitwirkung am
Entwurf einer Theorie der Geselligkeit und des Genusses bzw.
Genießens sowie einer Semiotik der Esshandlung. Methodisch ergänzen
sich empirische Forschungen und theoriegeleitete Auswertung
vielfältiger Quellen.
Leiter der Forschungsstelle: Prof. Dr. Burkard Dücker
Weitere Mitglieder: OSTD Lothar Bade und Prof. Dr. Ines Heindl
25.04.2011
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