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XIII. Kongress der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG)

Vom 23. bis zum 30. August 2015 findet der XIII. Kongress der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) unter dem Motto „Germanistik zwischen Tradition und Innovation“ an der Tongij-Universität in Shanghai statt. Als bedeutendster internationaler wissenschaftlicher Weltkongress der Germanistik ist der Stellenwert dieser Konferenz für den Fachbereich der Germanistik kaum zu überschätzen. Es ist als ein Meilenstein für die Kulinaristik und zugleich ein Dokument des Erfolgs ihrer Entwicklung und Etablierung innerhalb der Kulturwissenschaften zu werten, auf diesem für die kulturwissenschaftlich ausgerichtete Germanistik außerordentlich wichtigen Kongress mit einer eigenen IVG-Sektion „Kulinaristik: Kultur – Kommunikation – Küche“ vertreten zu sein.

Die Bedeutung des Stellenwerts der Kulinaristik ist gerade für das Fachgebiet der Germanistik und Literaturwissenschaft, die im Sinne eines „Wissens der Literatur“ (Hörisch) lebensweltlich-kulinaristische Problemfelder erörtert – und sich damit auch in Richtung Kulturwissenschaft öffnet –, von enormer Tragweite. Denn die literaturwissenschaftliche Kulinaristik betrachtet und verhandelt Essen und Trinken, weit über deren grundlegend existentielle und nutritive Funktion für den Menschen hinausgehend, immer auch als „Kulturphänomene“ (Wierlacher), welche diesem Verständnis zufolge als Handlungskomplexe und Kommunikationsformen gesellschaftliche, wirtschaftliche, sprachliche oder auch ästhetische Systeme definieren, normieren und regulieren. Die Förderung des interdisziplinären und insbesondere des interkulturellen Dialogs ist dabei eines der obersten Ziele der Kulinaristik.

 

Dr. Horst Eichler

Welternährungskonferenz: Mageres Ergebnis

01.07.2015 Aktuelles

Horst Eichler, Geo-Ökologe und Mitherausgeber der Ausgabe 6 der Zeitschrift Kulinaristik (Schwerpunkt „Kulinaristische Ökologie“) nahm zur im November 2014 zu Ende gegangenen Welternährungskonferenz ICN2 und zu ihren Aussagen zum globalen Ernährungsproblem Stellung.

Vertreter aus 190 Staaten waren im November 2014 auf Einladung der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) und der WHO (World Health Organization) in Rom zur „Second International Conference on Nutrition (ICN2)“ zusammengekommen. Thema und Ziel sollten eine Übersicht der in den letzten Jahrzehnten getroffenen Maßnahmen und der dadurch erreichten Fortschritte bei der Hungerbekämpfung, sowie eine zukünftige Stärkung der internationalen Zusammenarbeit zur generellen Verbesserung der Nahrungssituation sein.

Obgleich die Weltgemeinschaft einen international  verbindlichen Aktionsplan zur Verbesserung der z.T. inakzeptablen globalen Ernährungssituation, also konkrete Maßnahmen gegen den Hunger sowie gegen die globale Mangel- und Fehlernährung, erwartet hatte, hat es nur zu einem mageren Abschlussdokument, der „Rome Declaration on Nutrition“, gereicht.

Darin werden die vielfältigen, lange bekannten und auch immer wieder diskutierten Gründe des Hungers und der Nahrungsmittelknappheit  festgestellt  und bestätigt, um nach  einer mehrseitigen Agenda von unverbindlichen „Man-sollte-Sätzen“ und „Es-ist-nötig-Hinweisen“ der Generalversammlung der Vereinten Nationen zu empfehlen, eine von 2016 bis 2025 dauernde „Decade of Action on Nutrition“, also eine Ernährungs-Dekade auszurufen.

Natürlich wurde das Problem der weltweit über 800 Millionen Hungernden und der etwa 2 Milliarden unter Mangelernährung oder dem so genannten „verborgenen Hunger“ leidenden Menschen angesprochen und auch die Tatsache, dass weltweit  45 Prozent der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren auf diesen Mangel zurückzuführen seien. Aber durchschlagende Erfolgsberichte?

Im Jahre 2000 hatte sich die in der UN-Vollversammlung vertretene Weltgemeinschaft  mit den acht „Millenniumszielen“ die Aufgabe gestellt, die sozialen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Probleme der Welt in den nächsten 15 Jahren weitgehend zu minimieren. Eine dieser Aufgaben lautete, die absolute Zahl der Menschen, die an Hunger leiden, bis  zum Jahre 2015 zu halbieren. Nur in wenigen Ländern ist dies wirklich gelungen. Und obgleich sich die relativen Erfolgszahlen optimistisch darbieten – nämlich ein Rückgang des Hungerphänomens zwischen 1999 und 2013 von etwa 24 auf ca. 14 % – , macht das immer noch starke Bevölkerungswachstum  den Fortschritt im Kampf gegen Hunger, Unter- und Fehlernährung in vielen Ländern zunichte.

Doch das immer noch global-ökologisch bedrohliche Welt-Bevölkerungswachstum und die damit jährlich dramatisch schrumpfende Pro-Kopf-Nährfläche war ein vergessenes Thema der ICN2.

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Goethe-Kolloquium zur Kulinaristik 2015

19. März 2015 Goethe-Institut Mannheim-Heidelberg

In Kooperation mit dem Goethe-Institut Mannheim-Heidelberg
und dem Lehrstuhl Germanistik II der Universität Mannheim

Veranstaltungsort:
Goethe-Institut Mannheim-Heidelberg
Steubenstraße 44, 68163 Mannheim
Tel. 0621-83385-0

Einladung

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Wissenschaftspreis Kulinaristik 2014

Der diesjährige Wissenschaftspreis Kulinaristik geht zu gleichen Teilen an die Berliner Japanologin Prof. Dr. Irmela Hijiya-Kirschnereit (FU Berlin) und an den Berliner Islamwissenschaftler Prof. Dr. Peter Heine (HU Berlin).

Die Preisverleihung findet als Eröffnungsveranstaltung des Jahreskongresses für Kulinanistik am 16. Oktober 2014 um 17 Uhr im Prinz Carl Palais in Heidelberg statt. Die Laudatio hält die Preisträgerin des Vorjahres, die Historikerin Prof. Dr. Maren Möhring (Leipzig).

 

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1. Jahreskongress für Kulinaristik

16. – 18. Oktober 2014 Prinz Carl Palais Heidelberg Hotelfachschule Heidelberg

Einzelveranstaltungen des Jahreskongresses

– Verleihung des Wissenschaftspreises Kulinaristik 2014
– Internationales Heidelberger Kolloquium zur Gastlichkeit 2014
– Heidelberger Vorträge zur Kulinaristik 2014
– Mitgliederversammlung des Kulinaristik-Forums 2014

⇒ Einladung und Programm

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Doppelkolloquium zur Kulinaristik

24. – 26. Januar 2014 Universität Mannheim

  • Gründung des Linguistischen Kolloquiums zur Kulinaristik
  • Sprachkulturen des Alimentären

In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl Germanistische Linguistik
Prof. Dr. Beate Henn-Memmesheimer
Universität Mannheim

Veranstaltungsort:
Universität Mannheim
68131 Mannheim
Schloss EO 150, Absolventum-Hörsaal

⇒ Programmflyer

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Reinhard Spieler wird Direktor des Sprengel-Museums

Das Vorstands-Mitglied des Kulinaristik-Forums Dr. Reinhard Spieler wird neuer Direktor des Sprengel-Museums Hannover.

Das Mitglied des Kulinaristik-Forums, der Kunsthistoriker Dr. Reinhard Spieler wird neuer Direktor des Sprengel Museums Hannover. Der 48-Jährige tritt 2014 die Nachfolge von Ulrich Krempel an, der am 31. Januar 2014 in den Ruhestand geht. Spieler steht seit 2007 an der Spitze des Wilhelm-Hack-Museums in Ludwigshafen am Rhein. Zuvor war er Gründungsdirektor des Museums Franz Gertsch im schweizerischen Burgdorf. Das Sprengel Museum gilt als eines der führenden Museen für zeitgenössische Kunst. Seine Sammlung mit dem Schwerpunkt der Klassischen Moderne ist international bedeutend. Derzeit bekommt das Haus für rund 28,5 Millionen Euro einen Erweiterungsbau. Die Voraussetzungen, das Haus in eine neue Ära zu führen, sind vorzüglich. Der künftige Direktor kündigte an, das Museum zu öffnen und an einer Willkommenskultur zu arbeiten. Spieler schrieb seine Doktorarbeit über Max Beckmann und lehrte neben seiner Kuratorentätigkeit unter anderem an der Kunstakademie Düsseldorf. Die Stadt Hannover und das Land Niedersachsen wählten den 48-Jährigen mit Hilfe einer Expertenkommission aus 50 Bewerbern aus.